TU BRAUNSCHWEIG
| Carl Friedrich Gauß Faculty | Department of Computer Science
Informatikzentrum

car2ped - Verbesserung des Fußgängerschutzes unter Nutzung der Car-to-X-Technologie

In Deutschland wurden im Jahr 2005 336.600 Unfälle mit Personenschaden polizeilich erfasst. Ca. 42% der Unfälle mit Personenschaden passierten auf Gemeindestraßen, ca. 10% auf Kreisstraßen, ca. 21,6% auf Landesstraßen und ca. 20,2% auf Bundesstraßen und lediglich etwa 6,2% auf Autobahnen. Von den dabei 433.400 Verunglückten sind 111.800 (25,8%) den Gruppen der Fußgänger oder Radfahrer zuzuordnen. Innerstädtisch zählen etwa 2/3 aller Verletzten zur Gruppe der nicht motorisierten Verkehrsteilnehmer.

Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit schreibt der Gesetzgeber vor, dass zukünftig alle Neu-fahrzeuge mit Tagesfahrlicht fahren müssen. Doch diese bessere Sichtbarkeit zwischen Fahrzeugen könnte auf der negativen Seite mit einer Reduzierung der Sichtbarkeit der schwachen Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger / Schulkinder und Radfahrer im Verkehrsgeschehen einhergehen und somit zu einer erhöhten Gefährdung führen. Des Weiteren werden aus Umwelt-schutzgründen die Straßenfahrzeuge zunehmend leiser und sind folglich von Fußgän-gern/Schulkindern und Radfahrern akustisch immer schlechter im Verkehrsumfeld wahrnehmbar.

Beim Fußgängerschutz ist zu unterscheiden zwischen Maßnahmen zur Minderung von Unfall-folgen und Maßnahmen zur Prävention von Unfällen. Die Unfallfolgenminderung wird bereits heute in Neufahrzeugen umgesetzt, die so ausgelegt werden, dass die Schwere der Unfallfolgen für Fußgänger durch entsprechendes Karosseriedesign abgemindert werden . Auf dem Gebiet der Prävention wird derzeit an sensorgestützen Assistenzsystemen wie Infrarot-Nachtsichtsystemen geforscht, die insbesondere die Sichtbarkeit anderer Verkehrsteilnehmer bei Nacht verbessern. Beispiele für Projekte zum Thema „Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer“ sind das Projekt Aktiv-AS „Aktive Sicherheit“ des Bundeswirtschaftsministeriums, bei dem der präventive Fußgängerschutz über Lösungen basierend auf Sensoren im Fahrzeug realisiert werden soll sowie das im Jahr 2005 abgeschlossene EU-Projekt PROTECTOR . Darüber hinaus sind jedoch weitere Maßnahmen zur Prävention erforderlich, bei denen Fußgänger und Radfahrer über Navigations- und Kommunikationssysteme in die Fahrzeug-Fahrzeug- und Fahrzeug-Infrastruktur-Kommunikation eingebunden werden. Die Erforschung der Machbarkeit solcher Maßnahmen ist Gegenstand dieser Studie. Dabei sollen insbesondere die neuesten Technologien der sich derzeit rasant entwickelnden Mobilfunkkommunikation und der Navigation Berücksichtigung finden.

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