Forschung der TU Braunschweig als Grundlage für neues Spin-off: enerbeat GmbH gegründetAus Forschungsarbeiten am Institut für Betriebssysteme und Rechnerverbund (IBR) und Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik (IWF) der Technischen Universität Braunschweig ist ein neues Spin-off hervorgegangen: Die enerbeat GmbH überführt Ergebnisse aus mehreren Forschungsprojekten in eine praxisnahe Lösung für den energieeffizienten Betrieb raumlufttechnischer Anlagen. enerbeat entwickelt Technologien für Monitoring, Analyse, digitale Zwillinge und intelligente Regelung von Lüftungs- und raumlufttechnischen Anlagen. Ziel ist es, industrielle und gewerbliche RLT-Anlagen transparenter, effizienter und bedarfsgerechter zu betreiben. Im Mittelpunkt stehen anspruchsvolle Umgebungen, in denen Raumluftbedingungen nicht nur Komfortfaktor, sondern oft Teil der Produktions- und Qualitätsanforderungen sind – etwa in Produktionshallen, Reinräumen, Trockenräumen, der Batteriezellfertigung, der Halbleiterproduktion oder pharmazeutischen Anlagen. Die technologische Grundlage wurde in den Forschungsprojekten 3DEMO und 6DEMO gelegt. Dort wurde gezeigt, wie intelligente Datenerfassung, digitale Zwillinge und modellprädiktive Regelung dazu beitragen können, den Energieverbrauch von RLT-Anlagen in industriellen Umgebungen deutlich zu reduzieren. Das aktuelle Projekt Enerbeat entwickelt diese Vorarbeiten zu einer modularen Plug-and-Play-Plattform weiter, die den kompletten Regelkreis von der Datenerfassung über Analyse und Modellierung bis hin zur automatisierten Regelung abbildet. Dazu kombiniert die Plattform drahtlose Sensorknoten und intelligente Edge-Geräte. Temperatur-, Luftqualitäts- und Luftströmungsdaten können so in Echtzeit erfasst, verarbeitet und für eine optimierte Anlagensteuerung genutzt werden. Die Lösung soll bestehende Lüftungs- und Klimasysteme nicht ersetzen, sondern diese durch zusätzliche Transparenz, digitale Modelle und bedarfsgerechte Regelstrategien ergänzen. enerbeat setzt dabei nicht nur im laufenden Betrieb an, sondern unterstützt mithilfe von Simulation und digitalen Zwillingen auch die Planung und Auslegung neuer Anlagen – so wird bereits beim Entwurf der spätere energieeffiziente Betrieb berücksichtigt. Mit der enerbeat GmbH werden die am IBR entwickelten Forschungsergebnisse nun gezielt in die industrielle Anwendung überführt. Im Rahmen des EXIST-Forschungstransfers wird die Technologie vom wissenschaftlichen Demonstrator zu einer marktreifen Lösung weiterentwickelt. Die Projektlaufzeit am IBR ist von April 2026 bis September 2027 angesetzt. Aktuell besteht enerbeat aus einem multidisziplinären Team aus Dr.-Ing. Marcus Vogt, Dr.-Ing. Jan Schlichter, Clemens Baron und Sebastian Sieloff. Das Team verbindet Expertise in energieeffizientem Betrieb und Planung industrieller RLT-Anlagen, Sensornetzwerken und Edge-Geräten, Software- und Systemarchitektur, Automatisierung, Embedded Systems sowie Business Development. Das IBR freut sich über die erfolgreiche Ausgründung und den Transfer wissenschaftlicher Ergebnisse in eine Anwendung mit hoher praktischer Relevanz. enerbeat zeigt, wie Forschung zu cyber-physischen Systemen, Sensornetzwerken und intelligenter Regelung konkrete Beiträge zu Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und wirtschaftlichem Betrieb technischer Infrastrukturen leisten kann. Weitere Informationen & KontaktWeitere Informationen und den Kontakt zur enerbeat GmbH finden Sie unter www.enerbeat.com. |