Spätestens nach den ersten öffentlichen Hochschulrankings Ende der 1980er Jahre mussten Hochschulen in Deutschland einen deutlichen Vertrauensschwund in der Gesellschaft hinehmen. Besaßen sie bis dato quasi a priori einen Unfehlbarkeitsbonus und waren über alle Kirtik erhaben, begannen Hochschulen in Folge Rechenschaftsberichte abzulegen und transparente qualitätssichernde Maßnahmen einzuführen, um das Vertrauen in ihre Leistungsfähigkeit gegenüber sich selbst, aber auch gegenüber Politik und Gesellschaft zu stärken. Zusätzlich sahen sich Hochschulen durch geänderte ökonomische Rahmenbedingungen in den Staatshaushalten urplötzlich der Frage nach Effektivität und Effizienz ausgesetzt.
Während traditionell die Qualität eines Lehrstuhls nahezu ausschließlich ex-ante durch das Berufungsverfahren für viele Jahre bestimmt wurde, kommen heute mit Evaluationen kurzfristigere Steuerungsverfahren zum Einsatz, die ex-post erbrachte Leistungen bewerten. Hierfür existiert eine Vielzahl an Evaluationsarten, wie beispielsweise Lehr- und Selbstberichte, externe Gutachten, bibliometrische Messung und Hörerbefragungen (HB). Zu den Zielen zählen die allgemeine empirischen Forschungen über erfolgreiches Lehren und Lernen, die Rechenschaft über die sinnvolle Mittelverwendung sowie direkt abzuleitende Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung von Lehre und Studium.
Durch die Unmittelbarkeit zur Verbesserung der eigenen Lehre erfreut sich in dem Evaluations-Mix die HB besonderer Beliebtheit. Allerdings sind HB nur mit erheblichem Aufwand zu realisieren, sollten sie denn eine Mindesmaß an qualitativen Kritereien erfüllen. Letztendlich muss sich eine Evaluation nahtlos in den laufenden Betrieb einfügen und keinen zusätzlichen Aufwand verursachen -- bekanntlich sind finanzielle Mitteln und Personalressourcen außerordentlich knapp und die Kernaufgabe des Dozenten ist die Sicherstellung der orginären Lehre und nicht deren Evaluation.
Das Projekt beschäftigt sich mit Einflussfaktoren für eine effiziente HB und zeigt Methoden auf, wie Evaluationen an Hochschulen nachhaltig implementiert und privatwirtschaftlich betreut werden können. Unter technischen Aspekten erfolgt die Betrachtung der Einflüsse von Effektivität und Effizienz und untersucht Möglichkeiten für ein konkretes Geschäftsmodell unter der umfassenden Klammer der Nachhaltigkeit von E-Learning.
Die Webseite der Evaluationssoftware, die als Forschungsgegenstand dient, findet sich unter www.popollog.de.
Bei technischen Fragen zu diesem Projekt wenden Sie sich bitte an Dr. Martin Gutbrod.
| Titel | Art | Betreuer | Status |
|---|---|---|---|
| Elektronische Veranstaltungsevaluationsverfahren an deutschen Hochschulen | Studienarbeit | Dr. Martin Gutbrod | abgeschlossen ~2005 |
| Nachhaltigkeit bei E-Learning | Studienarbeit | Dr. Martin Gutbrod | abgeschlossen ~2004 |
| Usability of XSL-FO for Online-Evaluations | Studienarbeit | Dr. Martin Gutbrod | abgeschlossen ~2004 |
| Erstellung und Weiterverarbeitung eines XML-Schemas auf Basis von xForms zur Fragenbogendefinition | Studienarbeit | Dr. Martin Gutbrod | abgeschlossen |