TU BRAUNSCHWEIG
| Carl-Friedrich-Gauß-Fakultät | Informatik
Informatikzentrum

Entwicklung eines Softwaremoduls für die Empfangssteuerung modularer Dienste

Bearbeiter (anonym, Login erforderlich)
Betreuer Dr. Jens Brandt
Professor Prof. Dr.-Ing. Lars Wolf
IBR Gruppe CM (Prof. Wolf)
Art Diplomarbeit
Status abgeschlossen
Beginn 01.03.2008

Für die mobile Nutzung multimedialer Dienste steht dem Nutzer zurzeit eine umfangreiche Palette von Endgeräten zur Verfügung. Hierzu zählen klassische Mobiltelefone, reine Audio/Video-Abspielgeräte sowie leistungsstarke Spielekonsolen mit entsprechend großem Funktionsumfang. Viele dieser Endgeräte sind mit einer Rundfunkschnittstelle (z.B. DVB-T, DVB-H, DMB) ausgerüstet, die den Empfang und die Wiedergabe von Audio-/Video-Diensten, wie Mobile TV oder Digitalradio ermöglicht. Grundsätzlich besteht zusätzlich die Möglichkeit, dateibasierte Multimediadaten und Software via Rundfunk zu verteilen. Mögliche Anwendungsgebiete reichen von einfachen Datendiensten (z.B. Webcasts, Podcasts) über interaktive Computerspiele bis hin zu streambegleitenden Mehrwertdiensten, TV-synchronisierten Multimediaeinblendungen und Live-Abstimmungen.

Am Institut für Nachrichtentechnik wird zurzeit mit der zweiten Generation der Handheld Software Platform (HSP2) eine Plattform entwickelt, die diese Dienste auf verschiedenen Endgerätetypen ermöglicht. Die besondere Herausforderung besteht in diesem Zusammenhang in der Heterogenität der Leistungsmerkmale der Endgeräte. Im Unterschied zu klassischen Rundfunksoftwareplattformen, die auf einen konkreten Endgerätetyp mit definierten Leistungsmerkmalen zugeschnitten werden, muss eine solche Plattform die unterschiedlichen Stärken und Schwächen der Endgeräte durch verschiedene Plattformprofile abbilden. Auch die Rundfunkdienste werden in aufeinander aufbauenden Paketen ausgestrahlt und können folglich vom einzelnen Gerät entsprechend der jeweiligen Fähigkeiten gezielt ausgewählt, empfangen und dargestellt werden. Für die gezielte Auswahl der für das Endgerät relevanten Komponenten eines Dienstes ist eine Signalisierung vorgesehen, die Komponentendetails, wie Hardwareanforderungen und Abhängigkeiten zu anderen Komponenten enthält.

Im Rahmen dieser Diplomarbeit soll ein Konzept erarbeitet werden, das es ermöglicht anhand von Signalisierungsinformationen über zu empfangene Module zu entscheiden. Bei den zu empfangenden Modulen kann es sich sowohl um Module für den Nutzerkonsum, wie z.B. Fernsehprogramme, regionale Informationen oder andere Dienste, als auch um Softwaremodule, wie z.B. Plattformerweiterungen oder -aktualisierungen handeln. Die Softwaremodule unterstützen entweder die Ausführung des Dienstes oder verändern die Funktionalitäten der Softwareplattform. Die Entscheidungen über die zu empfangenden Module werden hierbei maßgeblich durch die Leistungsmerkmale des Endgerätes beeinflusst. Desweiteren haben auch die auf dem Endgerät vorhandene Software sowie die persönlichen Präferenzen des Nutzers Auswirkungen auf den Entscheidungsprozess. Um jeden dieser Punkte berücksichtigen zu können müssen auf dem Endgerät entsprechende Hardware-, Software- und Nutzerprofile zur Verfügung stehen, die ebenfalls im Rahmen dieser Arbeit spezifiziert werden sollen. Hierbei ist auch zu berücksichtigen, dass diese Profile durch andere Prozesse oder Aktionen des Nutzers dynamisch zur Laufzeit verändert werden können.

Das entworfene Konzept ist anschließend prototypisch zu implementieren und als Softwaremodule in die bestehende HSP2 zu integrieren. Die von den Modulen verarbeiteten Informationen über empfangbare Module sollen in einer Datenstruktur abgelegt werden, die dem Nutzer entsprechend angezeigt werden kann. Die Anzeige dieser Informationen soll jedoch nicht zwingend im Rahmen dieser Arbeit betrachtet werden. Mit Hilfe der prototypischen Implementation ist das erarbeitete Konzept am Ende der Arbeit entsprechend zu evaluieren und die Ergebnisse der Arbeit sind in Form einer schriftlichen Ausarbeitung festzuhalten.


aktualisiert am 21.10.2008, 18:38 von Dr. Jens Brandt
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