TU BRAUNSCHWEIG
Informatikzentrum

Maildienste am IBR

AuthorFrank Steinberg
KeywordsMail, Filter, Mailfilter, Virus, Viren, Squirrelmail, SMTP, IMAP, POP, Spam, ClamAV, Sieve, E-Mail
CategoriesAdministrivia

Grundsätzliches

Grundsätzlich hat jeder Benutzer am IBR auch einen EMail-Account am IBR. Die EMail-Adresse setzt sich stets aus dem Account-Namen und dem Domainnamen des IBR zusammen, z.B. steinb@ibr.cs.tu-bs.de. Jeder Benutzer sollte seine EMail regelmäßig lesen, so dass er für Betreuer bzw. Kollegen erreichbar ist. Statt des regelmäßgen Abrufens der Mail aus dem IBR kann ein Benutzer sich auch eine Weiterleitung seiner EMail selbst einrichten, s.u.

Mail senden

Zu sendende (Outgoing) EMail kann per SMTP an den Mailserver des IBR übergeben werden. Dieser ist unter dem Namen mail.ibr.cs.tu-bs.de per IPv4 und IPv6 erreichbar. Wenn dieser SMTP-Server von einem Client außerhalb des IBR-Netzes verwendet wird (und EMails an Nicht-IBR-Empfänger geschickt werden sollen), ist zum Schutz vor Spam-Verteilung (Open Ralaying) eine Authentisierung (SMTP-AUTH) mit dem IBR Account-Namen erforderlich.

Mail empfangen

Empfangene EMail wird auf dem Mailserver des IBR zunächst durch verschiedene Software-Komponenten klassifiziert, um sie beispielsweise als vermeintliche Spam- oder Viren-Nachrichten zu markieren und anschließend im Falle von IBR-Empfängern durch die "Cyrus" Software verwaltet. Bestandteil dieses Softwaresystems ist die Möglichkeit einer Filterung, Eingruppierung und Weiterleitung, die der Benutzer selbst konfigurieren kann. Der Abruf der EMail durch den Benutzer kann durch POP3 über SSL (Port 995) oder IMAP über SSL (Port 993) vom Server mail.ibr.cs.tu-bs.de per IPv4 oder IPv6 erfolgen. Die Authentisierung erfolgt per Passwort oder Kerberos. Unverschlüsselte Varianten von POP3 und IMAP sind aus Sicherheitsgründen nicht möglich.

Weiterleiten

Wenn ein Benutzer seine IBR-EMail nicht regelmäßig vom Server des IBR abrufen möchte, kann er sie auch an eine andere Adresse weiterleiten lassen. Dies geschieht durch eine spezielle Anweisung im Sieve Script, s.u.

Eine $HOME/.forward Datei des Benutzers wird nicht berücksichtigt!

Ehemalige Mitarbeiter, die nach Schließung Ihres Accounts eine Weiterleitung ihrer Mails oder eine Ablehnung mit bestimmten Error-Codes (etwa mit Hinweis auf eine neuere Adresse) wünschen, können sich hierzu bei Frank Steinberg melden.

Filterung

EMails werden am IBR grundsätzlich nicht zentral gefiltert, sondern lediglich als Hilfe zur eigenen Filterung markiert.

Die Filterung kann durch Hochladen bzw. Erstellen eines Sieve-Scriptes auf dem Mailserver konfiguriert werden.

Eine $HOME/.sieve Datei und eine procmail-Konfiguration des Benutzers werden nicht berücksichtigt!

Das grundlegende Prinzip eines solchen Scriptes ist es, die in Regeln enthaltenen Bedingungen auszuwerten und bei positivem Ergebnis eine dazugehörige Aktion auszuführen. Regeln sind meist Stringmuster für bestimmte Header-Zeilen. Typische Aktionen sind das Verwerfen von Mails im Falle von Spam, das Einsortierung in bestimmte IMAP-Folder des Benutzers oder das Weiterleiten an eine andere (externe) EMail-Adresse. Durch die o.g. Markierung auf dem IBR Mailserver werden folgende Header in Mails ergänzt:

KopffeldBeispiel
X-Virus-Status:X-Virus-Status: Infected (Worm/Klez.H)
X-Spam-Level:X-Spam-Level: *******
X-Spam-Status:X-Spam-Status: Yes, score=7.2 ...

Selbstverständlich können auch andere Header in Sieve-Regeln ausgewertet werden. Es empfiehlt sich, Sieve-Scripte manuell zu edieren und anschließend auf den Server hochzuladen, etwa mit sieve-connect(1) oder sieveshell(1). Es gibt auch Mailreader, die eine Sieve-Konfiguration (in mehr oder weniger eingeschränkter Weise) unterstützen.

Es folgen typische Beispiele für Sieve-Regeln:

# Die folgenden Zeilen deklarieren benutzte Kommandos; falls eine
# Erweiterungen im Skript nicht vorkommt, sollte die entsprechende Zeile
# auskommentiert werden.
require "envelope"; # envelope-Test
require "fileinto"; # fileinto-Kommando
require "reject";   # reject-Kommando

# Alle Mails verwerfen, die einen erkannten Virus enthalten.
if header :contains "X-Virus-Status" "Infected" {
        discard;
        stop;
}

# Mail, die wahrscheinlich Spam ist, in einen eigenes Postfach ablegen.
# Dieses IMAP-Postfach muss zuvor erzeugt worden sein.
if header :matches "X-Spam-Status" "Yes*" {
    fileinto "INBOX.spam";
    stop;
}

# Mail von einem unerwuenschten Absender ablehnen; dies erzeugt eine
# Meldung an den Absender, die den angegebenen Grund enthaelt.
if address :all :is "From" "offers@example.com" {
    reject "Not interested.";
    stop;
}

# Mail mit einem bestimmten String in der Subject-Zeile an einen anderen
# Account weiterleiten.
if header :contains "Subject" "[ADV]" {
    redirect "advert@example.com";
    stop;
}
    

Automatische Löschung

Der Umfang und die Dauer der Aufbewahrung von EMails ist selbstverständlich jedem User selbst überlassen. Es gibt jedoch eine Ausnahme: In Foldern mit den Namen spam, Spam, SPAM, virus, Virus, VIRUS, trash, Trash, TRASH, Junk werden täglich sämtliche Mails gelöscht, die älter als 30 Tage sind.

Quota

Das Volumen der persönlichen Mailfolder auf dem Mailserver ist durch ein Limit beschränkt. Wird dieses Limit erreicht, so werden Mails an den User abgeleht. Das Erreichen des Limits ist also im eigenen Interesse unbedingt zu vermeiden. Die Limits werden je nach Benutzergruppe oder persönlichem Bedarf vergeben und können auf Wunsch erhöht werden. Viele IMAP-Mailreader zeigen das Limit und die momentane Speicherbelegung an und warnen auch, wenn sich die Belegung dem Limit nähert.

Die Einführung der Limits wurde leider notwendig, da es immer wieder einzelne Benutzer gibt, die Ihre Mailfolder nicht abrufen und keine Sieve-Filterung zum Entfernen von Spam verwenden.

Webmail (Open-Xchange)

Wenn einem einmal nicht der gewohnte Mailreader zur Verfügung steht, kann auch das webbasierte Open-Xchange benutzt werden.

Mailinglisten - Mailman

Für Projekte oder andere Belange können am IBR Mailinglisten eingerichtet werden. Mailinglisten sind mehr als einfache Mailverteiler (Aliases). Jede Mailingliste hat einen "Owner", der die Mitglieder einer Liste verwaltet und das Verhalten der Liste bei Anmeldewünschen oder neuen Beiträgen konfiguriert. Mailman bietet hierzu sehr viele Möglichkeiten. Es ist Aufgabe jedes List-Ownern sich hiermit vertraut zu machen. Der Owner ist für jede Liste der erste Ansprechpartner, wenn es Fragen oder Probleme zu einer Liste gibt.

Maßnahmen zur Spam- und Virenabwehr

Der Mailserver setzt Software zur Erkennung und Abwehr von Spam und Viren ein. Dabei werden Viren und Mails, deren Spam-Wahrscheinlichkeit sehr hoch liegt bereits während der SMTP-Kommunikation mit dem Server abgeleht. Ferner werden DNS-basierte Blocklisten verwendet, so dass bekannte Spam-Hosts und auch Hosts aus Dialup-Netzen ohne Authentisierung blockiert werden. Diese Maßnahmen führen zu einer erheblichen Reduzierung der Mails, die überhaupt vom Server gespeichert und verarbeitet werden müssen.

Einigen Mitarbeitern kann auf Wunsch die Möglichkeit eingeräumt werden, die zentrale Spam-Erkennung mit Spam und Ham anzulernen, indem entsprechende Mails manuell in die persönlichen IMAP Folder INBOX.Learn.Spam und INBOX.Learn.Ham kopiert werden. Diese Folder werden regelmäßig zum Anlernen durchsucht und nach erfolgter Übernahme in die SpamAssassin-Datenbank geleert.


last changed 2011-05-09, 08:54 by Frank Steinberg Printable version
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